Gewebte
Bänder von und bei Anneliese Bläse
Lustiges
und Interessantes
Zwei Mäntel aus den Mooren
Im
Vehnemoor bei Oldenburg in Oldenburg und im Thorsberger Moor in Angeln
wurden bereits im 19. Jahrhundert die Reste von zwei Prachtmänteln
gefunden und in den 20iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts von
Wissenschaflern des Textilmuseums Neumünster untersucht und
rekonstruiert. Der Thorsberger Mantel stammt aus dem 3. Jahrhundert
nach Christi Geburtund war bis zur Einlagerung in Neumünster
ausgestellt. Der Mantel vom Vehnemoor stammt aus dem 4.
Jahrhundert n. Chr.
und befindet sich in Oldenburg. Beide Mäntel sind raffiniert gewebte
rechteckige Umschlagdecken, die ihre modische Eleganz sehr verschieden
breiten Brettchenbandabschlüssen an den Kanten verdanken. Nach meiner
Information ist zumindest über den Thorsbergmantel irgendwo ein Bericht
im Net. Ich will hier auch nicht einfach meine Quelle abschreiben,
nämlich die kleine Museumsschrift von Karl Schlabow über das große
Abenteuer, sich auf die alte Webtechnik praktisch einzulassen. Ich
möchte einfach nur die Info weitersagen: Leute, unsere Vorfahren
konnten was, das erstaunt mich immer wieder.
Schlabow hat nachgerechnet, dass zur Anfertigung dieser Mäntel, also Spinnen - Wolle mit der
Handspindel, die Kettfäden in Z-, die Schussfäden in S-Drehung
- Färben - in 3
Stufen von leuchtend Blau - Weben
- Rautenköper, blau abgestufte getönte
Karos, auf einem Hochwebstuhl
mit angewebten hellen
elfenbeinfarbigen Brettchenbandkanten rund herum - 2 Leute 2 Jahre voll
zu tun hatten!
Der Vehnemoormantel ist vermutlich
hellbraun und hat rote
Brettchenkanten. Sind sie nicht toll, die beiden? Beachtlich der
elegante Faltenwurf. Es müssen schon hohe Herren gewesen sein, die so
etwas trugen.

Thorsberg-Mantel Vehnemoor-Mantel